Internationales Wirtschaftsgymnasium Geithain

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Verlegung Stolperschwelle und Einweihung Informationstafel zum Lebensborn Kohren-Sahlis

Am 27.11.2017 war es endlich soweit: Der Einsatz unserer Schüler und Lehrer im Projekt zum Gedenken an das Lebensbornheim Sonnenwiese in Kohren-Sahlis fand seinen vorläufigen Höhepunkt. Wir konnten in dem Ort die im fächerverbindenden Unterricht 2017 erarbeitete Gedenktafel enthüllen. Zudem verlegte der Künstler Gunter Demnig die in Zusammenarbeit mit uns konzipierte Stolperschwelle.

Mit Hilfe von Privatspenden und Mitteln des DRK wurde für Tafel und Stolperschwelle im Laufe des vergangenen Jahres genügend Geld gesammelt. Antonia Wagner, welche zusammen mit den anderen SchülerInnen den Landesjugendpreis Geschichte für das Projekt gewonnen hatte, hielt die Rede zur Enthüllung. Zufrieden zeigten sich auch die Lehrer Herr Gut und Herr Martin, die das Projekt begleiteten.

„Sehr erfolgreich läuft auch unsere Homepage (http://www.lebensbornheim-sonnenwiese.tk/), die wir für Interessierte und ehemalige Bewohner des Heimes erstellt haben. Regelmäßig melden sich ehemalige Heimkinder, die nach ihrer Herkunft, ihren Eltern oder aber anderen Kindern suchen. Wir versuchen so gut es geht zu helfen“, sagt Geschichtslehrer Martin. Der Kohrener Bürgermeister Mohaupt dankte der Aufarbeitungsgruppe für ihr Engagement. Endlich gäbe es ein würdiges Andenken und Aufarbeiten der Geschichte des Lebensbornheimes.

Besonders bewegte uns ein Gast, der zeigt wie wertvoll unsere Homepage ist. Ursula Wernli aus der Schweiz wurde auf unsere Veranstaltung über die Seite aufmerksam und kam den weiten Weg zu uns. Sie ist Tochter einer deutschen Halbjüdin und eines Schweizers. Anfang der 1940er floh ihre Familie in die Schweiz. Ihre Mutter wurde unter dem Vorwand, ihre Personaldokumente für die endgültige Emigration zu bekommen, mit ihr zurück nach Deutschland gelockt. Die Nazis brachten die Mutter 1943 ins KZ Flossenbürg und Ursula in diverse Lebensbornheime. Sie wurde an eine „arische“ Adoptivfamilie vermittelt, der nichts über ihre Herkunft gesagt wurde. Der Vater erfuhr nichts vom Verbleib seiner Lieben. Erst 1947 gelang es der Familie, wieder zusammen zu finden und in der Schweiz ein zweites Mal neu anzufangen. Mit 20 Jahren erfuhr Ursula von einem Onkel, dass sie im Lebensborn gewesen war. Angeregt durch unsere Homepage und Veranstaltung macht sie sich nun wieder daran, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und anderen ihre Geschichte weiterzugeben.

M. Gut, Geschichtslehrer IGG